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Brandenburg einst und jetzt

3. Ausstellung


Bad Wilsnack

Die Wallfahrtskirche in Bad Wilsnack ist bekannter unter der Bezeichnung „Wunderblutkirche“. Sie war bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts das berühmteste Wallfahrtsziel im Norden Europas. Der Grund war die Entdeckung von drei unversehrten Hostien nach einem Brand im Jahr 1383. Die Baugeschichte der dem Heiligen Nikolai geweihten Kirche ist noch nicht abschließend geklärt. Sie erstreckt sich vermutlich über den Zeitraum vom Ende des 13. Jahrhunderts bis ins Jahr 1525, in dem der Bau des Langhauses beendet wurde.
Das alte Foto zeigt einen durch Bäume verdeckten Gang zwischen der Kirche und der Prälatenwohnung, die zu dem neben der Kirche liegenden Schloss gehörte. Das Schloss wurde bis 1945 von der Familie von Saldern bewohnt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Schloss als Schule mit Internat genutzt. Bemühungen seitens der ev. Kirchgemeinde, der Kommune und der Familie von Saldern das 1976 abgebrannte Schloss wieder aufzubauen, waren bis jetzt erfolglos.

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Aus Spandau

Das alte Foto aus Spandau zeigt ein in dieser Zeit sehr beliebtes Motiv. Es ist ein heute nicht mehr existierender Wasserarm, welcher zwischen dem Mühlengraben und der Havel parallel zur Havelstraße und der alten Berliner Straße (heute Hertefeldstraße) verlief. Die Aufnahme stammt von der „Eisernen Brücke“, welche kurz vor der Einmündung des Wassergrabens in die Havel diesen überquerte. Die steinerne Brücke im Hintergrund zeigt den Verlauf der Breite Straße.
Der Wassergraben wurde bereits in den 1920er Jahren im Zuge der Planungen der heutigen Juliusturm-Brücke zugeschüttet. Für die Brückenrampe und den neuen Straßenverlauf wurden die Häuser zu beiden Seiten des Grabens abgerissen. Heute erinnert nur noch eine unbebaute Fläche am Kolk an den Wassergraben.

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Brandenburg a.H., Blick auf den Dom

Der Dom von Brandenburg ist das älteste erhaltene Bauwerk der Stadt. Die Grundsteinlegung erfolgte am 11. Oktober 1165. Er ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht und war verbunden mit einem Prämonstratenserkloster als Chorherrenstift mit Domkapitel. Am Anfang entstand eine kreuzförmig angelegte Saalkirche im romanischen Stil, die in der folgenden Zeit mit dem Ausbau des Langhauses, der Krypta und dem ersten Teil der Doppelturmfassade zur romanischen Basilika ausgebaut wurde.
Aus der ersten Bauperiode sind nur noch die Grundmauer des Chores und Reste des Querschiffes erhalten. Von den ursprünglich geplanten zwei Türmen wurde nur der Nordturm gebaut. Neben dem Dom befinden sich auf der Dominsel das Domstift, die Domherrenhäuser, die St. Petrikapelle und die nur noch von oben erkennbaren Reste der ehemaligen Burg Brandenburg.

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Das königliche Schloss Berlin

Die Streitigkeiten mit der Doppelstadt Berlin/Cölln waren der Grund für die Errichtung einer Zwingburg durch den Kurfürsten Friedrich II. Der Grundstein dafür und damit für das Berliner Stadtschloss wurde am 31. Juli 1443 gelegt. Diese Zwingburg sollte der Selbständigkeit der beiden Städte entgegenwirken. Die Bürger der Städte protestierten gegen den Bau, indem sie 1448 die Baustelle durch Öffnung der Stadtschleuse unter Wasser setzten, was den Kurfürsten aber nicht daran hinderte 1451 in seine Residenz einzuziehen.
Ab 1538 wurde mit dem Umbau begonnen, der sich über fast 160 Jahre hinzog. Seine endgültige Gestalt erhielt es durch den Baumeister Andreas Schlüter. Seit 1701, mit der Ausrufung des Kurfürsten Friedrich III. zum König Friedrich I. in Preußen, war es königliche Residenz. Nach 1706 erfolgte eine umfangreiche Erweiterung des Schlossbaues durch Eosander von Göthe. 1845 erhielt es mit der kuppelgeschmückten Kapelle über dem Portal und der Terrasse am Lustgarten sein abschließendes Aussehen. 1848 brach vor dem Schloss die Märzrevolution aus und 1918 wurde durch Karl Liebknecht von hier aus die sozialistische Räterepublik ausgerufen. Nach einem Luftangriff im Februar 1945 brannte das Schloss teilweise aus. Die Ruine wurde 1950 auf Veranlassung von Walter Ulbricht gesprengt und später auf diesem Gelände der „Palast der Republik“ der DDR errichtet, welcher nach der friedlichen Revolution in der DDR schrittweise abgerissen wurde. Der Abriss wurde 2009 beendet. Der geplante Wiederaufbau des Schlosses wurde inzwischen verschoben.

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Eingang zu Schloss Sanssouci

Bei dem auf den Fotos gezeigten Tor handelt es sich um das Tor, durch welches man den Schlosspark vom Obelisken aus erreicht. Das auf dem alten Foto gezeigte Tor ist von der Firma Armbrüster gefertigt und vermutlich 1896 eingebaut worden. Kaiser Wilhelm II. hatte ein solches in dem Katalog der Firma zur Weltausstellung 1893 in Chicago gesehen und vier Tore anfertigen lassen.
Diese wurden am Eingang beim Obelisken, am Nord- und Südende der Avenue und an der Auffahrt zum Schloss Sanssouci eingebaut. Das auf dem aktuellen Foto zu sehende Tor wurde vermutlich vor 1926 wieder eingebaut. Dabei handelt es sich um das ursprünglich von Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Jahr 1747 eingebaute Tor. Hier sollte offensichtlich durch denkmalpflegerische Arbeiten der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden.

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Kloster Lehnin

Das Kloster wurde 1180, wie die meisten Klöster in der damaligen Zeit in der Mark Brandenburg als Zisterzienserabtei gegründet. In der Reformationszeit erfolgte im Jahr 1542 die Säkularisierung. Im Hochmittelalter hatte das Kloster eine wichtige Rolle im Rahmen des Ausbaues der Mark unter deren Markgrafen. Die Klosterkirche gehört zu den wichtigsten romanisch-gotischen Backsteinbauten in Brandenburg.
Die Rekonstruktion der Klosterkirche in den Jahren 1871 bis 1877 gilt als eine der Glanzleistungen der frühen Denkmalspflege. Seit 1911 beherbergt das Kloster das Luise-Henrietten-Stift, das sich mit seinen pflegerischen, medizinischen und ausbildenden diakonischen Einrichtungen in der klösterlichen Tradition betrachtet und somit auch ein Schaufenster der evangelischen Kirche ist. Auf den Fotos von einst und jetzt sehen wir einen Teil der Wirtschaftsgebäude des Klosters.

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Kloster Stift zum Heiligengrabe

Das Kloster ist eine Gründung von Markgraf Otto IV. aus dem Jahr 1287. Auf seine Veranlassung wurde es 1289 durch 12 Zisterzienserinnen aus dem Kloster Neuendorf in der Altmark bezogen. Um 1500 gehörten 180 Personen zum Kloster, von denen etwa 70 dem Orden angehörten. Zu diesem Zeitpunkt besaß das Kloster 65.000 Morgen Land mit 17 Dörfern. Während des Dreißigjährigen Krieges war das Kloster von 1636 bis 1648 verlassen. Nach der Wiederbesiedlung durch 8 Nonnen erhielten unversorgte Töchter wohlhabender Adelsfamilien eine umfassende Erziehung. Diese Phase der Klosterentwicklung endete mit der Erhebung zum Damenstift durch König Friedrich II. im Jahr 1740.
Nach der Übergabe der Verantwortung für das Kloster durch König Friedrich Wilhelm IV. 1853 an den Evangelischen Oberkirchenrat änderte sich das Profil des Klosters wieder. Ab jetzt gehörten wieder Armenspeisung sowie die Betreuung von Waisen, Alten und Kranken zur Klostertätigkeit. Von 1847 bis 1945 war im Kloster auch eine Mädchenschule mit Internat untergebracht, die ab 1933 bis zum Abitur geführt hat. 1946 zogen, nach einjähriger Nutzung durch die Rote Armee, aus Polen vertriebene Friedenshort-Diakonissen in das Kloster und kümmerten sich vorwiegend um Waisen und Behinderte. Im Sommer 2007 wurde mit der Gründung der „Evangelischen Gemeinschaftsschule im Kloster Stift zum heiligen Grabe“ die Schultradition wieder aufgenommen.

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Kloster Zehdenick

Der Gründung des Zisterzienserinnenklosters im Jahr 1249 ist eine Geschichte vorausgegangen, nach der eine Frau eine geweihte Hostie in Wachs gedrückt und dann vor ihrem Bierfass vergraben haben soll, um ihr Bier besser verkaufen zu können. Nachdem sie sich ihres Vergehens bewusst geworden war und es dem zuständigen Pfarrer gestanden hatte, trat bei einer Grabung an einigen Stellen Blut aus der Erde. Nach Besuchen des Bischofs Ruthgerus von Brandenburg und der Markgrafen Johannes und Otto und wachsendem Besucherstrom wurde das Kloster gegründet.
Im Jahr 1540 wurde es in ein Damenstift umgewandelt. Bei einem Stadtbrand im Jahr 1801 wurde das Kloster stark zerstört und nicht wieder neu gebaut. Heute rankt sich ein baumstarker Efeu um die Ruine, welcher der älteste Vertreter seiner Art in Europa sein soll. Die gut erhaltene Klosterscheune wird heute für kulturelle Zwecke genutzt. Zur Zeit hat die Klostergalerie ihren Platz darin gefunden.

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Kreuzgang am Dom zu Havelberg

Ein Kreuzgang ist ein von Arkaden umstandener Hof in katholischen Klöstern und Bischofskirchen, der als Erschließung der anliegenden Gebäudeteile, als Bereich zur persönlichen Andacht der Mönche bzw. Priester sowie auch zur Grablegung bzw. als Friedhof dient. Im Dom zu Havelberg und in den Kreuzgängen befinden sich 63 Sandsteingrabplatten, die aus dem Zeitraum zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert stammen.
Der Klosterplan von St. Gallen, welcher um 820 gezeichnet wurde, enthält die erste zeichnerische Darstellung eines Kreuzganges. Wichtige Elemente eines Kreuzganges sind die Arkaden, das Gewölbe und der im Zentrum des Hofes befindliche Brunnen der Anlage. Durch die Tatsache, dass sich die Lichtverhältnisse bei den Fotos von einst und jetzt gleichen, könnte man annehmen, dass es sich um das gleiche Foto handelt.

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Landsberg Marienkirche

Die Marienkirche in Landsberg an der Warthe (heute Gorzow) ist eine dreischiffige Hallenkirche in gotischem Stil aus großformatigen Backsteinen, mit deren Bau im späten 13. Jahrhundert begonnen wurde. Im Laufe des 14. Jahrhunderts erfolgte eine Ergänzung durch einen Wehrturm. Im 15. Jahrhundert wurden mehrere Seitenaltäre eingebaut, die nach der Reformation zerstört worden sind. Im Jahr 1489 erfolgte der Bau des Chores.
Bei dem Stadtbrand im Jahr 1647 ist die Kirche, neben wenigen Häusern, erhalten geblieben. In den Jahren 1821/22 erfolgte eine Umgestaltung der Kirche. Die St. Marienkirche wurde bis 1945 als evangelisch-augsburgische Frauenkirche genutzt und ist heute eine katholische Bischofskirche, also Kathedrale. Während und nach den Kampfhandlungen zum Ende des 2. Weltkrieges blieb die Kirche unversehrt.

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Schloss Dobrilugk

Schloss Dobrilugk hat eine wechselvolle Geschichte. Bis 1541 war es ein Kloster, welches durch Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen besetzt und säkularisiert wurde. Ab 1625 erfolgten umfangreiche Bauarbeiten unter Kurfürst Johann Georg von Sachsen. Sein Sohn Christian beendete den im Renaissancestil errichteten Schlossbau in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. In dem Schloss spiegelt sich ein Jahr wieder. Es gibt ein Eingangstor (Jahr), zwölf Giebel (Monate) und 365 Fenster (Tage).
In der Folge des Wiener Kongresses 1815 wird die Niederlausitz preußisch und das Schloss wird Verwaltungssitz für verschiedene Institutionen und ab 1857 wird ein Teil als Gefängnis umgebaut. Im Jahr 1937 wird der aus dem wendischen stammende Name Dobrilugk eingedeutscht und lautet seit dem Doberlug. Ab 1950 wird das Schloss Kaserne der Kasernierten Volkspolizei und später, bis 1988 der Nationalen Volksarmee. Seit 1995 gibt es in Doberlug-Kirchhain einen Schlossbeirat, der sich die Revitalisierung des Schlosses zum Ziel gesetzt hat. 2008 waren bauliche Maßnahmen erkennbar.

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Schloss Grunewald

Das Jagdschloss Grunewald wurde vermutlich nach Plänen des Baumeisters Caspar Theiss in den Jahren 1542/43 gebaut und ist der älteste noch erhaltene Schlossbau Berlins. Auftraggeber für den Bau war Kurfürst Joachim II.. Das Schloss wurde im Stil der Frührenaissance gebaut und erhielt den Namen „Zum grünen Wald“. Dieser Name wurde um 1800 in Grunewald geändert, der dann für das gesamte Waldgebiet übernommen wurde.
In den Jahren 1705 bis 1708 wurde das Schloss auf Veranlassung Friedrichs I. mit barocken Stilelementen versehen. Seit 1932 wird das Schloss als Museum genutzt. Auf beiden Fotos ist nur ein Stück des Schlossdaches erkennbar. Wegen der damals durchgeführten Sanierungsarbeiten durfte ich mich dem Gebäude nicht nähern. Weshalb das Foto von einst auch nur ein Stück Dach zeigt, bleibt im Dunklen.

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Zanzhammer im Zanzetal

Das Zanzetal liegt unweit der ehemaligen Kreisstadt Friedeberg in der Neumark (Strzelce Krajenskie). Friedrich der Große erwarb die an der Zanze liegende Mühle für 3000 Taler und ließ im Jahr 1765 an dieser Stelle ein Eisenwerk mit zwei Hämmern errichten. Später entstand hier auch das Dorf Zanzhausen, in dem die Arbeiter und Angestellten des Eisenwerkes wohnten. Etwa gleichzeitig mit Zanshausen entstand in der Nähe des späteren Gasthofes „Waldhaus Zanztal“ ein weiteres Eisenwerk als Weißblechhütte sowie drei Wohnhäuser für die Arbeiter und den Beamten. Später wurde auch in dieser Hütte ein Eisenhammer betrieben.
In Folge der industriellen Entwicklung in Deutschland, welche die Produktion von Walzblechen ermöglichte und damit wesentlich kostengünstiger war, wurden die Hammerwerke 1824 stillgelegt. Während auf dem alten Foto eines der Wohnhäuser und das Hammerwerk zu sehen ist, ist auf dem aktuellen Foto nur das vermutlich restaurierte Gebäude des ehemaligen Hammerwerkes sichtbar. Auf der aktuellen Karte des Gebietes ist an dieser Stelle eine Mühle eingezeichnet, welche aber nicht mehr in Betrieb ist. Das Gebäude wird als Wohnhaus genutzt.


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